Centreon ist ein Open Source Monitoring System zur Überwachung von IT Infrastrukturen. Auf Grund des modularen Aufbaus und der guten Skalierbarkeit ist Centreon zur Überwachung von kleinen Netzwerken bis hin zu komplexen IT Umgebungen mit hunderten von Hosts geeignet.

Ursprünglich hervorgegangen aus der Monitoring-Software „Oreon Monitoring“ (2003) wurde das Projekt „Centreon“ im Jahr 2005 von der französischen Firma Merethis ins Leben gerufen, welche seit Anfang 2015 unter dem Namen Centreon firmiert. Bis heute konnte sich eine große Community für das Projekt begeistern,  welche eifrigen an der Weiterentwicklung und Zusatztools arbeitet.

Wenn man von Centreon spricht meint man im Allgemeinen das Centreon UI, seit Version 2.7 Centreon Web genannt. Centreon Web ist ein Web Frontend welches nicht nur Monitoring Ergebisse darstellt, sondern auch die Konfiguration der dahinterliegenden Monitoring Engine erlaubt.

Centreon kann auf verschiedenen Linux Distributionen in Betrieb genommen werden. Offiziell sind CentOS und diverse Debian-Derivate vorgesehen. Centreon Web benötigt für den Betrieb einen Apache Webserver, für die benötigte Datenbank wird auf MySQL gesetzt.

Warum Centreon?

Kompatible Monitoring Engines wie Nagios oder Icinga werden normalerweise über Konfigurationsdateien per Texteditor eingerichtet. Die Konfiguration im Centreon Webinterface erleichtert den Aufwand erheblich, vor allem bei der Überwachung komplexer IT-Umgebungen mit hunderten von Hosts und Services. Seit einiger Zeit arbeitet die Centreon Community an einer eigenen Monitoring Engine Names Centreon-Engine. Ziel dieses Projektes ist das Zusammenspiel und die Performance zu maximieren.

Als Mehr-Benutzer-System bietet Centreon ein durchdachtes Rechte-Management. So ist es möglich Benutzern oder Gruppen nur einen Teil der Überwachungsergebnisse zur Verfügung zu stellen oder die Konfigurationsmöglichkeiten einzuschränken.

Centreon kann durch verschiedene Module und Widgets erweitert werden. Durch die so genannten „Custom Views“ ist es möglich eigene Ansichten zu bauen und so wichtige Parameter schnell sichtbar zu machen. Mit Hilfe eines Zusatzmoduls lässt dich beispielsweise ein Syslog-Server integrieren.

Die Reporting-Funktionalität bietet die Möglichkeit die Monitoring-Ereignisse über einen längeren Zeitraum übersichtlich auszubereiten. Außerdem kann man für einzelne Hosts, Services oder ganze Gruppen Verfügbarkeitszeiten berechnen lassen um z.B. die Einhaltung von SLAs zu überprüfen. Das integrierte RRDtool hilft bei der grafischen Darstellung der Performancedaten.

Das Unternehmen hinter Centreon bietet auch kostenpflichtige Zusatz-Module wie z.B. Centreon BI und Centreon MAP. Schade, hier ist nicht alles Open Source, aber irgendwie muss das Unternehmen sich ja finanzieren. Die Zusatzfunktionen sind für den Betrieb aber nicht notwendig, einige können sogar durch den Einsatz von Open Source Alternativen ersetzt werden, wie z.B. die Integration von Nagvis für visuelle Darstellungen.

Wo liegen die Schwächen?

Centreon macht es Einsteigern nicht gerade leicht. Das Webinterface wirkt für Unerfahrene recht überladen, welche beim ersten Login regelrecht von den Konfigurationsmöglichkeiten erschlagen werden.

Ein weiteres Manko ist die offizielle Dokumentation. Diese lässt gerade im Bereich Inbetriebnahme und dem Aufbau der Monitoring-Umgebung zu wünschen übrig. Erfahrungen mit einer Monitoring Engine wie Nagios erleichtern die Einstieg. Hier muss definitiv nachgebessert werden.

Fazit

Auch wenn der Einstieg etwas schwerfällt, nach langjähriger Erfahrungen mit Centreon kann ich nur sagen: ein Blick auf Centreon lohnt sich. Meiner Meinung nach erleichtert Centreon das Arbeiten mit einer Monitoring Engine wie Nagios erheblich. Mit der Zeit lernt man aber die Vorteile der Plattform kennen und lieben.

Links

Centreon Website

Centreon Dokumentation

Centreon Demo

Centreon auf Github